WO SIE ERLEBEN, WIE SEPP LAUBNER´S BILDER WIRKEN

  • BEGAS, Kundenzentrum Frauenkirchen
  • Rathaus, Eisenstadt
  • Weingut Pöckl, Mönchhof
  • Weingut Kirnbauer, Deutschkreutz
  • Weingut Schiefer, Welgersdorf
  • SMZ Ost, Donauspital Wien
  • Spital d. Barmherzigen Brüder, Große Mohrengasse, Wien
  • Weingut Kollwentz, Großhöflein

Burgenland Mon Amour

Sepp Laubner ist heute der bekannteste und erfolgreichste Maler der mittleren Generation im Burgenland. Er kann auf zahlreiche Ankäufe und Aufträge von großen Institutionen zurückblicken, wie auch für seine hauptsächlich abstrakte Malerei ein verhältnismäßig großes
Publikum interessieren.

Laubners persönliche Bekanntheit hat nicht zuletzt damit zu tun, dass er einer der Besitzer und Betreiber des 1976 gegründeten Aktionszentrum Cselley Mühle in Oslip ist - eines beliebten Treffs vor allem für jüngere Menschen, der sich als "Plattform für Kunst aus
Allen Richtungen" versteht. ...

Hier ist das neue heimische Kabarett flügge geworden, hier holten Eric Burdon, Joe Cocker, Konstantin Wecker und viele anderen mehr zu ihren musikalischen Rundumschlägen aus. Hier stellten aber auch schon renommierte Maler wie Hermann Nitsch, Adolf Frohner, Peter Pongratz, Jürgen Messensee und viele andere aus.

Sepp Laubner´s Bilder sind für mich kunstvolle Verschleierungen durchaus realer Sehnsüchte und Begierden, stilisierte Masken männlichen Begehrens, spannungsgeladene Kompositionen, an denen sich erotische Phantasien entzünden können. Dieser Maler ist eine sensible, intellektuell beachtliche, emotional starke und auch vitale Persönlichkeit. Ein Künstler auf der
Höhe der Zeit, und Einer, der auch den Höhepunkt der eigenen Entwicklung noch nicht überschritten haben dürfte

von Dr. Günter Unger (Leiter Abt. Kultur ORF Burgenland 1970-2001)

Opernfestspielmagazin: Sepp Laubner

Das Burgenland hat in dem Künstler Sepp Laubner nicht nur einen der besten und renommiertesten Maler des Landes der zeitgenössischen Gegenwartskunst, sondern vielleicht sogar d e n Maler des Burgenländischen expressis verbis – und die in mehrerlei Hinsicht. Zum einen gilt Laubner zu Recht als zutiefst burgenländischer Künstler, der im Landstrich hart an der ungarischen Grenze nicht nur geboren und aufgewachsen ist, sondern auch nach seiner künstlerischen Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien hier wiederum seine künstlerische Heimat, das Zentrum und den Mittelpunkt seines Lebens und seiner vielfältigen kreativen Schaffenskraft gefunden hat. Es war nie seine Art – und es hat wahrscheinlich auch nie wirklich den Versuch gegeben – sich der räumlichen Enge und den regional begrenzten Gegebenheiten des Burgenlandes durch „Flucht“ zu entziehen. Seine Zelte in den Kunstmetropolen aufzuschlagen, um hier schnell und einfach reüssieren zu wollen, wie es viele andere Künstler seiner Generation vorgemacht haben. Er zog lieber vor, sich den ländlichen Gegebenheiten mit seinen oft auftretenden Unzulänglichkeiten zu stellen, regionale Hindernisse aller Art zu überwinden und sich hier in seiner Heimat, in seinem angestammten und ureigenen Umfeld unbeirrt, unmittelbar und direkt den künstlerisch-kreativen Herausforderungen zu stellen. Die einfache pannonische Landschaft der Region gab ihm alles, was seine Entwicklung förderte, was prägend nachhaltig wirkte und letztendlich heute auch das künstlerische Wesen des Sepp Laubner so unverwechselbar und unvergleichbar macht: Lebensfreude, Schaffenskraft, Offenheit und Geselligkeit, im künstlerischen Bereich aber auch Ideenreichtum, Emotion, Farbe, Darstellung und Formgebung. Damit – und das kann man ohne Übertreibung feststellen - ist Laubner in den beginnenden siebziger und folgenden achtziger Jahren in gewisser Hinsicht auch zu einem der Begründer der neuen autochthonen zeitgenössischen Malerei im Burgenland geworden. Er hat dem Burgenland nach Überwindung der klassischen Moderne mit Erntl, Zotter, Richly, Klaudus oder Ballabene, um nur die bedeutendsten Vertreter zu nennen, und den hier kreativ schaffenden jüngeren Malern eine neue künstlerische Identität, ein eigenes burgenländisches Wesen und ein ländlich – pannonisches Selbstbewusstsein vorgezeichnet, in der auch die heutige zeitgenössische moderne burgenländische Kunstszene und deren Maler noch ihre Basis und Wurzeln begründet haben. Darüber hinaus kann man Sepp Laubner aber auch in seiner Kreativität als Maler zutiefst als burgenländisch bezeichnen. Denn sein umfangreiches Werk spiegelt all das, was heimisches Wesen, Wirken und Leben ausmacht: das tiefe Rot burgenländischen Weines oder Mohnblüten, das helle Gelb der heimischen Raps- und Getreidefelder im Sommer, ein sattes Grün der Wiesen im Frühjahr, erdiges Braun abgedroschener Felder im Herbst gemischt mit dem dunklen Blau des Himmels und fahles Grau überhöht mit verwaschenem Weiß oder Schwarz für die Melancholie und die Einsamkeit des Winters über pannonischen Weiten. Zwar abstrakt oder nur andeutungsweise in der Darstellung, aber dennoch sehr klar und konkret in Farbe, Form und Stimmung. Laubners Bilder sind nicht nur zum Sehen, sie sind vielmehr und vor allem auch zum Fühlen und Meditieren. Ein sinnliches Erlebnis ist es wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat, das Burgenland wirklich, unmittelbar und in voller Tiefe erleben zu wollen. Einen Versuch ist es allemal wert! Sepp Laubner – der Maler des Burgenlandes, weist mit seinen Bildern den schönsten Weg dazu!

Rudolf Götz - Leiter der Burgenländischen Landesgalerie

Kunstvolle Verschleierung

Und es sind Sepp Laubners Bilder, die Welten kreieren: Der Maler selbst sagt, er baue sie aus Gedanken und Träumen auf – dem Betrachter zeigen seine Werke eine „kunstvolle Verschleierung durchaus auch gegenständlich fundierter Sehnsüchte und Begierdern“, wie es Laubners Freund Günter Unger in seiner Betrachtung ausdrückt. Unger weiter: „Seine Bilder erzählen mir zwar keine langatmigen Geschichten, schicken aber dennoch jede Menge an Signalen für unendlich viele und lange und auch spannende Geschichten aus.“ Alles, was Sepp Laubner für seine Kunst braucht, findet er in seiner Umgebung und nicht zuletzt deshalb hat der gebürtige Eisenstädter seit jeher die kulturelle Szene des Landes geprägt. Vor beinahe dreißig Jahren war er einer der Mitbegründer des Aktionszentrums Cselley Mühle. In der Osliper Mühle arbeitet Laubner noch heute an seinen Bildern, und er versteht sich noch heute als „Produkt seiner Umgebung“, seines Burgenlandes.

Wolfgang Millendorfer